Strukturen des MTW


FüZ MfNV


Truppenteil/Einheit pers. Stärke
Führungszug des Ministeriums für Nationale Verteidigung 3 Offiziere
8 Unteroffiziere
17 Zivilbeschäftigte


Standort Postfachnummer Durchwahl S1 Objektnummer
Strausberg, Prötzeler Chaussee 89316 9-2732+2343/4480 05/396

Bewaffnung Fahrzeuge Nachrichtentechnik
  1 PKW Wartburg
1 Barkas B1000
2 Multicar
1 Wassertankwagen ZIL
S1- Netz ( 9-2732+2343/4480 )
BASA- Netz ( 99-76-223/243 )

Spitzengliederung:

Kommandant Major oder Oberstleutnant
Stabschef Major
Technik/Bewaffnung



Der Führungszug der NVA war ein Strukturelement des Militärtransportwesens der NVA und dem Bereich MTW des MfNV unterstellt. Stationierungsort war Strausberg. Um Verwechslungen vorzubeugen: es handelt sich nicht um den Regierungszug der DDR. Der Regierungszug der DDR war in Berlin-Lichtenberg stationiert.

Der Zug wurde jährlich durchschnittlich 10 bis 15 mal eingesetzt.
Außer bei Einsätzen zur Unterbringung von Führungskräften wurde der Zug auch für Militärdelegationen, Inspektionen, Schulungen, Informationsreisen der Militärattachés und für Armee-Ensemble eingesetzt.
Im Führungszug waren Arbeits- und Ruheplätze für 50 bis 60 Führungskräfte und 110 bis 120 Sicherungs- und Sicherstellungskräften vorhanden.
Die Zuglokomotive wurde durch die Deutsche Reichsbahn gestellt.


Personal

Für den Personalbestand waren im Stellenplan insgesamt 29 Planstellen ausgewiesen, dabei waren keine Planstellen für die fernmeldetechnische Sicherstellung und des Verpflegungsdienstes vorgesehen. Diese Kräfte wurden bei Bedarf kommandiert. Durch das Personal des Führungszuges wurden kleinere Instandsetzungen an den Reisezugwagen und baulichen Einrichtungen sowie die Innenreinigung der Reisezugwagen und der Gebäude durchgeführt.

Planstellen (Stand Mitte/Ende 1989): 2/3 des Personalbestandes war im Rahmen der gegenseitigen Ersetzbarkeit mehrfach qualifiziert.


Wagenbestand

Die Reisezugwagen entsprachen in ihren Hauptbaugruppen, wie Drehgestell, Wagenkasten, Zug- und Stoßvorrichtungen, Bremse und Isolierung, den UIC, sowie RIC- Vorschriften und waren als Sonderreisezugwagen der Deutschen Reichsbahn zugeordnet. Heimatbahnhof war Berlin-Lichtenberg. Die Unterhaltungsarbeiten erfolgten im Bahnbetriebswagenwerk Berlin-Lichtenberg und Erhaltungsarbeiten in den Ausbesserungswerken Potsdam und Gotha.
Die Reisezugwagen waren lauf- und bremstechnisch für 140 km/h; die Arbeitswagen für 120 km/h geeignet.
Die Funktionswagen wie Pack-, Maschinen- und Küchenwagen führten Vorräte an Betriebstoffen mit, die den Einsatz des Zuges und seine Unabhängigkeit für 5 bis 6 Tage gewährleisteten.
In der Regel wurde der Zug für Übungen nach einem Standardzugschema, bestehend aus 20 Wagen, gebildet. Dieses Schema war notwendig zur Gewährleistung der inneren fernmeldetechnischen Verbindungen und zur Trennung von Arbeits-, Ruhe- und Versorgungsbereichen.


Bezeichnung Anzahl Wagennummer Bemerkungen
Arbeitswagen 5 61 50 89-25 010-9
61 50 89-25 011-7
61 50 89-25 012-5
61 50 89-40 016-7
61 50 89-40 017-5
Verbleib: Privatbesitz
Verbleib: Privatbesitz
Verbleib: Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein e.V.

Verbleib: Privatbesitz
Nachrichtenwagen 1 61 50 89-25 014-1 Verbleib: Militärhistorisches Museum Dresden
Konferenzwagen 1 61 50 89-40 015-9 Verbleib: Kommunalgemeinschaft Pomerania e.V.
Speisewagen 2 61 50 89-40 013-4
61 50 89-40 025-8
Verbleib: DB Museum Nürnberg, Nutzung durch Dampf Plus
Verbleib: Verkauf an Niederländische Staatsbahn
Speise-(Bar-)wagen 1 61 50 89-40 030-8
Verbleib: Dampf Plus
Küchenwagen 1 61 50 89-40 024-1 Verbleib: Militärhistorisches Museum Dresden
Salonwagen 2 61 50 89-40 020-9
61 50 89-40 021-7
Verbleib: Privatbesitz
Verbleib: Dampf Plus
Schlafwagen 3 61 50 89-40 031-6
61 50 89-40 032-4
61 50 89-40 033-2
Verbleib: Eisenbahnfreunde Walburg e.V.
Verbleib: DB Museum Nürnberg, Nutzung durch Dampf Plus
Verbleib: DB Museum Nürnberg, Nutzung durch Dampf Plus
Liegewagen 3 61 50 89-40 026-6
61 50 89-40 027-4
61 50 89-40 028-2
Verbleib: Dampf Plus, in Pflege bei Vogtländischen Eisenbahnverein Adorf e.V.
Verbleib: Dampf Plus, in Pflege bei Vogtländischen Eisenbahnverein Adorf e.V.
Verbleib: Dampf Plus
Kommandantenwagen 1 61 50 89-40 018-3 Verbleib: Eisenbahnmuseum Bayrischer Bahnhof zu Leipzig e.V.
Packwagen 1 61 50 89-40 022-5 Verbleib: Privatbesitz
Maschinenwagen 1 61 50 89-40 023-3 Verbleib: Militärhistorisches Museum Dresden
Sanitärwagen 1 61 50 89-40 035-7 Verbleib: Eisenbahnfreunde Walburg e.V.
Universalwagen 1 61 50 89-40 019-1 Verbleib: Verkauf an Niederländische Staatsbahn



Sicherstellung

Die Reisezugwagen waren im Stammobjekt Strausberg in einer beheizten Wagenhalle (4921,0 m 2) mit 5 Abstellgleisen mit je 132 m Länge abgestellt.
Für Arbeiten an den Laufwerken waren 2 Arbeitsgruben vorhanden.
Zur Sicherstellung befanden sich weitere Anlagen im Objekt:
Anschlußbahn

Zur Durchführung von Rangierarbeiten in der Anschlußbahn mit der Anschlußbahnnummer 104 standen 2 Diesellokomotiven von je 100 bzw. 200 PS zur Verfügung.
Die Gleise der Anschlußbahn hatten eine Gesamtlänge von 1820 m, darunter 11 Weichen.
Als Hauptanschließer war der FüZ auch verantwortlich für die Bereitstellung von Wagen für das Kfz-Regiment 2 und den Flugplatz Strausberg.




Quellennachweis Dank an André für die Infos